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Darum geht es in diesem Märchen
In den Hauptrollen: ein heiratswilliger Prinz, eine skeptische Königsmutter, eine Prinzessin im Platzregen sowie eine Erbse
Die Handlung: Ein Prinz ist auf der Suche nach einer Prinzessin. Weil er aber sehr wählerisch ist, findet er so schnell keine. Er lebt noch bei seinem Vater, dem König, und dort erscheint eines Tages ein einfaches Mädchen, welches sich als Prinzessin ausgibt. Das Königshaus reagiert skeptisch und testet die vermeintliche Prinzessin mit einem klitzekleinen Test, der beweisen soll, ob die Prinzessin echt ist…
Infos zum Märchen
Hier geben wir kurz Infos zur Entstehung des Märchens und erklären einzelne Wörter oder Begriffe aus dem jeweiligen Märchen
Autor und Zeit: Das Märchen hat Hans Christian Andersen (1805 – 1875) aus Dänemark im Jahr 1837 geschrieben
Dieses Märchen von H.C. Andersen aus dem Jahr 1837 ist eines der bekanntesten überhaupt. Auch die Gebrüder Grimm hatten ursprünglich ein ähnliches Märchen („Die Erbsenprobe„) vorgehabt zu schreiben.
Bis heute hat sich die meistens nicht sehr freundlich gemeinte Redewendung „Prinzessin auf der Erbse“ für jemanden, der besonders empfindsam ist, als sogenanntes „geflügeltes Wort“ erhalten. Damit meint man Redewendungen, die sich auf ein wirkliches Zitat beziehen, also auf etwas, was jemand wirklich gesagt oder geschrieben hat.
Kammerzofe – seit dem 17. Jahrhundert dienten Frauen als sogenannte Zofen den Fürstinnen in deren Privaträumen (Kammern). Sie hatten wichtige Aufgaben beim Ankleiden und bei der Beratung zu Schmuck und Kleidung. Eine Kammerzofe musste gebildet sein sowie Humor und gute Nerven haben.
Daunendecke – Daunendecken werden auch heute noch aus den feinen Daunenfedern der Eiderente gewonnen. Diese Enten verwenden diese Daunen selbt nur zur Wärmeisolierung ihrer Nester. Eiderentenbauern gehen sehr respektvoll mit diesen Enten um und „ernten“ die Federn erst nach der Brut.
Die Prinzessin auf der Erbse
(Interaktiver Märchentext)
Klicke auf die orangenen Wörter oder Begriffe, um mehr zu erfahren!
Die Prinzessin auf der Erbse Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten, aber es sollte eine richtige Prinzessin sein. Der Prinz reiste durch die ganze Welt, um so eine zu finden, aber das war gar nicht so einfach. Prinzessinnen gab es zwar genug, aber ob es auch eine richtige Prinzessin war, wusste er nicht mit Bestimmtheit zu sagen.
Immer war da etwas, was ihm nicht so ganz richtig schien. So kehrte der Prinz schließlich ohne Prinzessin nach Hause zurück und war sehr traurig, denn er wollte so gerne eine wirkliche Prinzessin haben. Eines Abends gab es ein fürchterliches Unwetter.
Es blitzte und donnerte, der Regen fiel aus allen Wolken, es war ganz schrecklich. Da wurde von draußen ans Stadttor geklopft und der alte König ging hin, um aufzumachen. Draußen stand eine Prinzessin und bat um Einlass.
Aber mein Gott, wie sah die aus von dem Regen und dem bösen Wetter. Das Wasser tropfte von ihren Haaren und von den Kleidern herunter, lief vorne in die Schuhe hinein und hinten wieder heraus und dabei sagte sie, dass sie eine wirkliche Prinzessin sei. Ob du eine richtige Prinzessin bist, werden wir schon herausfinden, dachte die alte Königin.
Aber sie sagte nichts, ging in die Schlafkammer hinein, nahm alles Bettzeug heraus und legte eine kleine Erbse auf den Boden des Bettes. Jetzt hieß sie die Kammerzofen 20 Matratzen auf die Erbse legen und dann noch 20 Daunendecken auf die Matratze drauf. Da nun sollte die Prinzessin in der Nacht liegen.
Am anderen Morgen fragte man sie, wie sie geschlafen habe. Oh, entsetzlich schlecht, sagte die Prinzessin. Ich habe fast die ganze Nacht kein Auge zugetan.
Weiß Gott, was da im Bett gewesen ist. Ich habe auf etwas Hartem gelegen, sodass ich am ganzen Körper braun und blau bin. Es ist entsetzlich.
Jetzt konnten sie sehen, dass sie eine richtige Prinzessin war, weil sie durch die 20 Matratzen und die 20 Daunendecken hindurch die Erbse gespürt hatte. So empfindsam konnte nur eine wirkliche Prinzessin sein. Da nahm der Prinz sie zur Frau, denn nun wusste er, dass er eine richtige Prinzessin hatte.


I.W. Tegner Lith.
Leonie Härle 2024