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Darum geht es in diesem Märchen
In den Hauptrollen: eine etwas vergessliche Mutter, eine schlaue Tochter und ein magischer Topf
Die Handlung: Eine Frau lebt alleine mit ihrer Tochter in großer Armut, da sie zu wenig zum Essen haben. Die Tochter trifft auf dem Weg zum Wald eine alte Frau, die ihr ein Töpfchen schenkt, welches Wunder vollbringen kann. Ihre Not hat ein Ende, wäre da nicht das Sprüchlein, welches die Mutter vergessen hat, um das Töpfchen bzw. den Brei zum stoppen zu bringen.
Infos zum Märchen
Hier geben wir kurz Infos zur Entstehung des Märchens und erklären einzelne Wörter oder Begriffe aus dem jeweiligen Märchen
fortan
älterer Ausdruck für ab jetzt oder von nun an
Doch das Wort wollte ihr nicht mehr einfallen
Mit Wort ist der magische Spruch gemeint, der das Töpfchen in seinem Kocheifer stoppen konnte.
Der süße Brei
(interaktiver Märchentext)
Klicke auf die orangenen Wörter oder Begriffe, um mehr zu erfahren!
Es war einmal ein Mädchen, das lebte allein mit seiner Mutter, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald. Dort begegnete ihm eine alte Frau, die kannte seinen Kummer schon und schenkte ihm ein kleines Töpfchen, zu diesem sollte es sagen: „Töpfchen, koche“, so würde das Töpflein einen guten, süßen Hirsebrei kochen. Wenn es jedoch sagte: „Töpfchen, steh“, so hörte es mit dem Kochen wieder auf.
Das Mädchen brachte den Topf sofort heim zu seiner Mutter und fortan hatten Armut und ihres Hungers ein Ende. Sie konnten jetzt süßen Brei essen, sooft sie nur wollten. Das machte sei sehr, sehr froh.
Eines Tages, als das Mädchen ausgegangen war, bekam die Mutter Hunger und holte das Töpfchen hervor. Sie sprach zu ihm: „Töpfchen, koche!“ Sogleich begann es zu kochen und die Mutter aß sich satt. Nun, als sie genug gegessen hatte, wollte sie, dass das Töpfchen mit dem Kochen aufhören sollte. Doch das Wort wollte ihr nicht mehr einfallen. Das Töpfchen kochte und kochte, in einem fort, und die Mutter musste zuschauen, wie immer mehr süßer Brei aus dem Topf quoll. Der Brei stieg über den Topfrand, lief auf den Tisch und die Stühle, über den Boden in die Küche und schnell war das ganze Haus voller Hirsebrei. Der Brei machte nicht Halt und lief auf die Straße als wollte er die Stadt und die ganze Welt satt machen. Die Mutter sprang in ihrer Not über die Straße und wusste sich nicht mehr zu helfen. Die Nachbarn kamen hervor mit ihren Löffeln und begannen auch zu essen. Endlich, als nur noch ein einziges Haus übrig war, kam das Mädchen heim. Sie sah die Not und rief schnell: „Töpfchen, steh!“ Und mit diesen Worten stand es und hörte auf zu kochen. Wer nun wieder in die Stadt wollte, der musste sich erst durch den Brei essen.


Leonie Härle 2023