Hänsel und Gretel

Autoren: Die Gebrüder Grimm
Unsere Empfehlung: ab 5 Jahren

Höre dir hier unsere Hörbuchfassung an!

In den Hauptrollen: zwei schlaue Geschwister, ein warmherziger Vater, eine herzlose Stiefmutter, beide sehr arm, sowie eine Hexe

Die Handlung: In diesem Märchen der Gebrüder Grimm geht es um eine vierköpfige Familie, die am Waldrand sehr arm und bescheiden leben muss. Der Vater kann die Familie nicht mehr ernähren. So wird von der Stiefmutter der Plan gefasst, ihre Kinder in den Wald zu führen und sie sich selbst zu überlassen, um das eigene Überleben zu sichern.

Dies gelingt auch nach zwei Versuchen. Die Kinder entwickeln so allein und verlassen von den Eltern Überlebensinstinkte, schlagen sich durch den Wald, bis sie schließlich an ein Häuschen kommen, das ihnen scheinbar als Rettung erscheint. Dort lebt allerdings eine böse Hexe, die die Situation der Kinder für sich ausnutzt.In ihrer Not helfen sie sich gegenseitig und das Mädchen schafft es die Hexe zu überlisten.

Am Ende kommen sie heil aus dem Wald hinaus und zurück zum Vater, dem sie noch Gold und Edelsteine mitbringen.

Hier geben wir kurz Infos zur Entstehung des Märchens und erklären einzelne Wörter oder Begriffe aus dem jeweiligen Märchen

Das tägliche Brot reicht nicht für alle
Damit ist nicht nur allein das Brot gemeint, sondern das Wort Brot steht hier stellvertretend für Nahrung oder Essen überhaupt, das bei der armen Familie gar nicht reichte. Diese sprachliche Stilmittel, bei dem ein Teil einer Sache für die ganze Sache gemeint ist, nennt man Pars pro toto – das ist Latein und bedeutet ein Teil fürs Ganze.  Der Ausdruck ein Dach überm Kopf meint eigentlich ein ganzes Haus und ist ein gutes Beispiel für dieses Stilmittel.

Reisig
Dünne Zweige, mit denen man ein Feuer machen kann – wenn sie trocken genug sind!

Holz schlagen
Mit einer Axt oder einem Beil stärkere Äste zum Bauen oder Feuermachen z.B. von einem Baum abschlagen.

feine Witterung (gemeint ist die der Hexe)
Der Ausdruck Witterung stammt aus der Jägersprache und meint bei Tieren den Geruchssinn. Sonst meint man damit das Wetter an einem bestimmten Ort.

ein guter Bissen
Auch hier ja nicht nur ein (!) Bissen gemeint, sondern das Wort Bissen steht hier wieder stellvertretend für das ganze Essen. Wie dieses sprachliche Stilmittel heißt, steht oben im Text:-)

Bildquelle: Von В.С.Білецький – В.С.Білецький, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27372930

Hänsel und Gretel
(interaktiver Märchentext)

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Die große Not und der schlimmer Plan

Am Rande eines dunklen Waldes wohnte ein armer Holzfäller mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Der Junge hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Die Leute waren so arm, dass selbst das tägliche Brot nicht für alle ausreichte.

Eines Abends lag der Mann wach vor Sorgen im Bett und sagte zu seiner Frau: „Wie sollen wir nur unsere Kinder satt bekommen? Wir haben ja selbst nichts mehr zu essen.“

„Weißt du was“, antwortete die Frau, „wir werden die Kinder morgen früh in den Wald führen, dorthin wo er am tiefsten ist. Dann geben wir beiden noch ein Stück Brot und schleichen uns davon. So werden wir sie los.“ „Nein, Frau“, sagte der Mann, „das bringe ich nicht übers Herz. Wie könnte ich meine Kinder allein im Wald lassen?“ „Du Narr!“, antwortete die Frau, „Dann werden wir bald alle vier sterben.“

Schweren Herzens willigte der Mann schließlich ein.

Märchenwolke7 - Hänsel und Gretel

Hänsel und Gretel hatten vor Hunger nicht einschlafen können und alles mit angehört. Gretel weinte bitterlich. „Nun ist es um uns geschehen!“, sagte sie zu Hänsel. „Still, Gretel“, antwortete Hänsel. „Hab keine Angst, ich werde schon einen Weg finden.“

Als er sicher war, dass Vater und Mutter fest schliefen, stand er leise auf, zog seine Hose an und schlich hinaus. Der Mond schien hell und die weißen Kieselsteine auf dem Boden glänzten wie Silber. Hänsel bückte sich rasch und sammelte so viele Steine in seine Taschen, wie er nur fassen konnte. Dann ging er wieder ins Haus und sagte zu Gretel: „Keine Angst, Schwesterchen, der liebe Gott wird uns schon nicht im Stich lassen.“

Bald war er fest eingeschlafen.

Der erste Morgen im tiefen Wald

Am nächsten Morgen weckte die Frau die Kinder früh auf. „Wir wollen in den Wald gehen und Holz holen“, sagte sie. Dann gab sie beiden ein Stück Brot. „Aber esst es nicht sofort“, fuhr sie fort, „mehr gibt es nämlich nicht.“ Gretel nahm beide Brote unter ihre Schürze, denn Hänsel hatte die Taschen ja voller Steine. Bald darauf machten sie sich auf den Weg, aber Hänsel blieb immer wieder stehen und blickte zurück zum Haus. „Hänsel, was soll das?“, schimpfte der Vater. „Warum guckst du immer zurück?“ „Ach Vater“, sagte Hänsel, „ich sehe nach meinem weißen Kätzchen. Es sitzt auf dem Dach und will mir Ade sagen.“ „Unsinn!“, antwortete die Frau. „Das ist nicht dein Kätzchen, es ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint.“ Aber Hänsel hatte gar nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern einen blanken Kieselstein nach dem anderen auf den Weg geworfen.

Märchenwolke7 - Hänsel + Gretel

Als sie mitten im Wald waren, sagte der Vater: „Nun sammelt Holz, Kinder, damit ich euch ein Feuer machen kann und ihr nicht friert.“ Hänsel und Gretel trugen einen ganzen Berg reisig zusammen. Als die Flammen hoch aufloderten, sagte die Frau: „Legt euch ans Feuer, Kinder, und ruht euch aus. Wir gehen tiefer in den Wald hinein und schlagen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir zurück und holen euch ab.“

Hänsel und Gretel saßen am Feuer. Als es Mittag wurde, aßen sie ihr Brot. Und weil sie die Schläge einer Holzachs hörten, glaubten sie, der Vater sei ganz in der Nähe. Aber das war keine Axt, es war ein Ast, den der Vater an einen Baum gebunden hatte. Der schlug im Wind hin und her.

Endlich fielen den Kindern die Augen zu und sie schliefen fest ein. Als sie wieder erwachten, war es dunkle Nacht. Gretel fing an zu weinen und fragte: „Wie sollen wir nur wieder aus dem Wald herausfinden?“ Aber Hänsel tröstete sie. „Warte nur, bis der Mond aufgegangen ist, dann werden wir den Weg schon finden!“, versicherte er. Als der Mond hoch am Nachthimmel stand, nahm Hänsel seine Schwester an die Hand und sie gingen den Kieselsteinen nach, die wie Silberstücke auf dem Weg glänzten. Als sie an die Haustür klopften, machte die Frau ihnen auf. Sie begann sofort zu schimpfen. „Ihr bösen Kinder!“, rief sie. „Warum seid ihr so lange im Wald geblieben? Wir haben schon geglaubt, ihr wolltet überhaupt nicht wiederkommen.“

Der Vater aber freute sich, denn es hatte ihm sehr leid getan, dass er die Kinder im Wald zurückgelassen hatte. Nicht lange danach litten wieder alle großen Hunger und Hänsel und Gretel hörten, wie die Mutter nachts im Bett zum Vater sagte: „Wir haben nur noch ein halbes Brot. Die Kinder müssen fort. Wir wollen sie diesmal noch tiefer in den Wald führen, damit sie den Weg nicht wieder herausfinden, denn sonst gibt es keine Rettung für uns.“

Wieder wurde der Mann sehr traurig und er hätte den letzten Bissen lieber mit den Kindern geteilt. Aber weil er das erste Mal nachgegeben hatte, musste er es auch jetzt tun. Die Kinder hatten das ganze Gespräch mit angehört. Als die Eltern schliefen, stand Hänsel auf und wollte wieder Kieselsteine sammeln. Aber die Frau hatte die Tür verriegelt und er konnte nicht hinaus.

Gretel begann zu weinen. Hänsel tröstete sie und sagte: „Weine nicht Gretel, der liebe Gott wird uns schon helfen.“

Der zweite Morgen tief im Wald

Am nächsten Morgen kam die Frau und holte die Kinder aus dem Bett. Wieder gab sie ihnen ein Stück Brot, aber es war noch kleiner als das erste Mal. Auf dem Weg in den Wald zerbröckelte Hänsel seines in der Hosentasche. Immer wieder blieb er stehen und blickte zurück. „Hänsel, was stehst du da und guckst dich um?“, fragte der Vater. „Komm weiter!“ „Ich sehe nach meinem Täubchen, das sitzt auf dem Dach und will mir Ade sagen“, antwortete Hänsel. „Unsinn!“, sagte die Frau. „Das ist nicht dein Täubchen, es ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint.“ In Wirklichkeit aber hatte Hänsel ein Brotstückchen nach dem anderen auf den Weg geworfen. Die Frau führte die Kinder immer tiefer in den Wald hinein, so tief, wie sie noch nie in ihrem Leben gewesen waren. Dann machten sie ein großes Feuer und die Mutter sagte: „Bleibt ruhig hier sitzen Kinder und wenn ihr müde seid, schlaft ein wenig. Wir gehen weiter in den Wald hinein und schlagen Holz. Heute Abend, wenn wir fertig sind, holen wir euch ab.“ Als es Mittag wurde, teilte Gretel ihr Brot mit Hänsel, denn der hatte sein Stückchen auf den Weg gebröckelt. Dann schliefen sie ein.

Sie erwachten erst, als es schon finstere Nacht war. Wieder tröstete Hänsel sein Schwesterchen: „Warte nur, bis der Mond aufgeht, Gretel. Dann werden wir die Brotstücke sehen, die ich auf den Boden gestreut habe. Die zeigen uns den Weg heim.“

Als der Mond aufgegangen war, wanderten sie los. Doch die Brotstückchen waren nicht mehr da, denn die Vögel hatten sie alle aufgepickt. „Wir werden schon wieder nach Hause finden“, sagte Hänsel zu Gretel. Sie liefen die ganze Nacht und noch einen Tag vom Morgen bis zum Abend.

Aber sie fanden nicht aus dem Wald heraus. Sie waren so hungrig und so müde, dass die Beine sie nicht mehr tragen wollten. So legten sie sich unter einen Baum und schliefen wieder ein.

Märchenwolke7 - Hänsel und Gretel

Tag drei im Wald

Am nächsten Morgen gingen sie weiter. Aber sie gerieten immer tiefer in den Wald hinein. Nun waren sie schon den dritten Tag von zu Hause fort. Wenn sie nicht bald etwas zu essen fanden, mussten sie verhungern. Als es Mittag war, sahen sie einen schneeweißen Vogel auf einem Ast sitzen. Der sang so schön, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten. Sobald er geendet hatte, schwang er sich in die Luft, flog vor ihnen her und führte sie zu einem Häuschen. Das war ganz aus Brot gebacken und mit Kuchen gedeckt. Und die Fenster waren aus hellem Zucker.

„Lass uns davon essen, Gretel!“, sagte Hänsel. „Ich will ein Stück vom Dach nehmen und du kannst vom Fenster essen. Das ist bestimmt süß.“ Er reckte sich in die Höhe, um ein wenig vom Dach abzubrechen und Gretel knabberte an der Scheibe. Da rief eine feine Stimme aus dem Haus.

„Knusper, knusper Kneischen, wer knuspert an meinem Häuschen?“

Die Kinder antworteten:

„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!“

und aßen weiter, ohne sich stören zu lassen. Hänsel riss ein großes Stück vom Dach herunter. Gretel stieß eine kleine Fenstersteibe heraus und ließ sie sich  gut schmecken.

Da ging plötzlich die Tür auf und eine uralte Frau kam heraus. Sie stützte sich auf einen krummen Stock. Hänsel und Gretel erschraken so fürchterlich, dass sie alles fallen ließen. Die Alte wackelte mit dem Kopf und sagte: „Ihr lieben Kinderlein, wer hat euch denn hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir, es soll euch kein Leid geschehen.“ Sie fasste die beiden an der Hand und führte sie in ihr Häuschen. Dann setzte sie ihnen Milch und Pfannkuchen mit Zucker, Äpfeln und Nüssen vor. Anschließend bezog sie zwei schöne weiche Betten. Hänsel und Gretel legten sich hinein und träumten bald, sie wären im Himmel. Aber die Alte tat nur so freundlich. In  Wirklichkeit war sie eine böse Hexe. Sie hatte das Brothaus gebaut, um die Kinder anzulocken. Bekam sie eines zu fassen, machte sie es tot und aß es auf. Das war dann ein richtiger Festtag für sie.

Hexen haben rote Augen und können nicht weit sehen, aber sie haben eine feine Witterung,  genau wie die Tiere und sie merken schnell, wenn Menschen herankommen. Als Hänsel und Gretel in ihre Nähe kamen, lächelte sie boshaft und dachte: „Die sollen mir nicht entkommen!“ Am nächsten Morgen stand sie früh auf. Als sie die beiden so friedlich mit runden roten Wangen in ihren Betten schlafen sah, murmelte sie: „Das wird ein guter Bissen!“ Sie packte Hänsel mit ihren dürren Händen, trug ihn in einen kleinen Stall und sperrte ihn hinter Gitter. Er konnte schreien, so viel er nur wollte. Dann ging sie zu Gretel, rüttelte sie wach und rief: „Steh auf, du Faulenzerin, hol Wasser und koch deinem Bruder etwas Gutes. Er steckt draußen im Stall und soll fett werden. Wenn er schön dick ist, will ich ihn essen!“ Gretel fing bitterlich an zu weinen, aber es war  vergeblich. Sie musste tun, was die böse Hexe verlangte. Hänsel bekam das beste Essen, damit er zunahm. Gretel aber musste bei Kartoffelschalen hungern.

Jeden Morgen schlich die Alte zu dem Ställchen und rief: „Hänsel, streck deinen Finger heraus, damit ich fühle, ob du bald fett bist.“ Hänsel aber steckte ein Knöchelchen durch die Stäbe. Die Alte, die nicht gut sehen konnte, merkte es nicht und glaubte, es wäre Hänsels Finger. Sie wunderte sich, dass Hänsel gar nicht fett wurde. Als vier Wochen herum waren und Hänsel immer noch mager blieb, wurde sie ungeduldig und wollte nicht länger warten. „He Gretel“, rief sie dem Mädchen zu, „hol Wasser. Ganz gleich, ob Hänsel nun fett ist oder mager, ich will ihn morgen schlachten.“ Ach, wie jammerte die arme Schwester da und wie flossen ihr die Tränen die Wangen hinunter. „Lieber Gott, hilf uns doch“, flehte sie. „Hätten uns nur die wilden Tiere im Wald gefressen, dann wären wir wenigstens zusammen gestorben.“ „Hör auf mit dem Gejammer!“, sagte die Alte, „das hilft dir auch nicht.“ Gretel musste hinaus, den Kessel mit Wasser aufhängen und Feuer darunter anzünden.

„Erst wollen wir backen“, sagte die Alte. „Ich habe den Ofen schön angeheizt und den Teig geknetet.“ Sie stieß die arme Gretel zum Backofen, aus dem die Flammen herausschlugen. „Kriech hinein!“, sagte die Hexe, „und sieh nach, ob es schon heiß genug ist und ich das Brot hinein schieben kann.“ In Wirklichkeit wollte sie Gretel hineinstoßen, braten und anschließend auch aufessen. Aber Gretel merkte, was die böse Hexe vorhatte und sagte: „Ich weiß nicht, wie ich das machen soll. Wie komme ich da hinein?“ „Dumme Gans!“, sagte die Alte. „Die Öffnung ist doch so groß, dass ich selbst hinein passe.“ Sie kam heran und steckte den Kopf in den Backofen. Da gab Gretel ihr einen Stoß und die Hexe fiel in den Ofen. Dann machte sie die eiserne Tür zu und schob den Riegel vor. Fing die Alte ganz schrecklich an zu heulen.

Gretel aber lief schnurstracks zu Hänsel, öffnete das Stählchen und rief: „Hänsel, wir sind gerettet, die Hexe ist tot!“ Wie haben sie sich gefreut. Sie sind sich um den Hals gefallen, sind herumgesprungen und haben sich geküsst. Und weil sie nichts mehr zu befürchten hatten, gingen sie sogar in das Hexenhaus hinein. Da standen in allen Ecken Kästen mit Perlen und Edelsteinen. „Die sind doch noch besser als Kieselsteine“, meinte Hänsel und steckte so viel in die Taschen, wie nur hineinpassten. „Ich will auch etwas mit nach Hause bringen“, sagte Gretel und füllte sich die Schürze voll. „Aber jetzt wollen wir gehen“, sagte Hänsel, „damit wir rasch aus dem Hexenwald hinaus kommen.“

Als sie ein paar Stunden gegangen waren, kamen sie an ein großes Wasser. „Hier können wir nicht hinüber“, sagte Hänsel. „Ich sehe nirgendwo eine Brücke.“ „Hier fährt auch kein Schiff“, antwortete Gretel. „Aber dort schwimmt eine weiße Ente. Wenn ich die bitte, hilft sie uns gewiss hinüber.“ Und sie rief: „Entchen, Entchen, hier stehen Gretel und Hänsel. Kein Steg und keine Brücken. Nimm uns mit auf deinem weißen Rücken.“ Die Ente kam herangeschwommen. Hänsel setzte sich auf ihren Rücken und bat sein Schwesterchen, sich zu ihm zu setzen. „Nein“, sagte Gretel, „das wird dem Entchen zu schwer. Es soll uns nacheinander hinüberbringen.“ Und das tat das gute Tier. Als sie auf der anderen Seite waren und eine Weile weiter wanderten, kam ihnen der Wald immer bekannter vor. Endlich sahen sie das Haus ihrer Eltern. Da fingen sie an zu laufen und zu laufen. Sie stürzten in die Stube und fielen dem Vater um den Hals. Der Vater hatte keine frohe Stunde mehr gehabt, seitdem er die Kinder im Wald zurückgelassen hatte. Die Frau aber war inzwischen gestorben. Gretel schüttelte ihre Schürze aus, dass die Perlen und Edelsteine nur so in der Stube herumsprangen und Hänsel warf eine Hand voll nach der anderen aus seinen Taschen hinzu. Da waren ihre Sorgen vorüber. Und sie lebten glücklich, bis an ihr Lebensende.

Mein Märchen ist aus. Dort läuft eine Maus. Wer sie fängt, darf sich eine große Pelzkappe daraus machen.